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Wettfuchteln 2010?

Wer in diesen Tagen durch die Kölner Innenstadt fährt, wird alle 10 Meter ein Hinweisschild mit der Ankündigung auf die 8. Kölner Gay Games antreffen. Das alleine ist weder besonders, noch ist es erstaunlich. Es ist, Nein, es sollte völlig normal sein und einfach nur auf ein weiteres Event aufmerksam machen. Wer da turnt und warum, ist in einer aufgeklärten Gesellschaft hoffentlich irrelevant. Ich habe mich aber von etwas anderem irritieren lassen.

Irgendwie bin ich immer wieder an dem Logo und der Gestaltung hängen geblieben. Besonders auffällig ist diese fuchtelnde Silhouette. Was macht die Person da? Winken? Tanzen? Und was bedeuten die drei (Teil)Kreise links daneben? Die Anfangsbuchstaben für „Gay Games Cologne“ kann ich darin einfach nicht erkennen. Aber womöglich ist es auch nur ein Irgendwas, ohne tieferen Sinn.

Fragen über Fragen. Glücklicherweise hat man aber bei der Gestaltung auf die mittlerweile sehr antiquierte Regenbogen Farbauswahl verzichtet.

Mögen die Spiele beginnen!

Hermansdenkmal

Die Frage, ob Eva Hermann nun „Braun“, also politisch rechts, oder doch nur doof ist, stellte sich zuletzt, als sie vom unsäglichen Talker aus dem mentalen Zwischenreich, Johannes „Die Putenwurst“ Kerner, aus der Sendung geworfen wurde. Seither geistert diese unbeantwortete Analyse des Geisteszustandes der ehemaligen Tagesschausprecherin durch das Internet. Da besagte Dame von Welt wohl weniger unter dieser Frage, denn mehr unter ihrer medialen Bedeutungslosigkeit leidet, hat sie sich anlässlich der schrecklichen Zwischenfälle in Duisburg mal wieder selber ins rechte Licht einer denkbar abschüssigen Rampe gesetzt.

Mit ihren larmoyanten Äußerungen hinsichtlich der vermeintlichen Ausrichtung der Loveparade und den unmittelbaren Folgen auf die Gesellschaft sowie den 68er Ursprüngen für dieses Problem, zeigt sie sich wieder von ihrer besten Seite. Da verblasst selbst die Schnacksel-Gloria zu einem faden Mauerblümchen. Es ist schon brillant zu beobachten, wie sich Frau Herman, die den Vornamen der ersten Verführerin in der biblischen Menschheitsgeschichte trägt, an ihren eigenen Worten in unbegehante Höhen hangelt. Dort angekommen, wedelt sie so fleißig mit dem moralischen Stab der Vergeltung, dass es uns selbst hier unten noch die Haare zerzaust.

Und so schwadroniert sie im eigenen Saft ruhend über zwei DIN A4 Seiten davon, wie richtig und überfällig dieses Zeichen einer höheren Macht doch gewesen ist. Dabei verwundert doch gerade diese Aussage in ihrem Pamphlet schlicht am meisten, wähnte ich doch gerade Eva Herman als die höchste Macht auf Erden. Sollte ich da irren?

Gibt es neben Eva Herman tatsächlich jemanden, der dem Wahnsinn noch einen Schritt näher ist?

Sauerland, Oh, Sauerland!

Wie abgeklärt muss man sein, wenn man sich so verhalten will, die es die Granden der Stadt Duisburg derzeit vormachen? Nicht genug, dass sie sich mit einer Pressekonferenz zufrieden geben, die hölzerner und nichts sagender kaum hätte sein können. Nein, sie besitzen sogar so viel Chuzpe, sich auf der eigenen Internetpräsenz der Stadt Duisburg mindestens ebenso belanglos zu geben. Lediglich ein winzig kleiner, fast schon nebensächlich erscheinender Link auf einen Beitrag (Für einen Screenshot auf das Titelbild klicken) lässt erahnen, dass man im Rathaus doch etwas mitbekommen haben könnte. Kein Spur von einer adäquaten Aufmachung oder einer angebrachten Platzierung, wie es dem dominierenden Thema und dem Respekt den vor Opfern und  Hinterbliebenen zustehen würde.

Aber als sei diese Agieren nach Tagesordnung nicht schlimm genug, findet man in dem Artikel selbst auch noch einen Abschnitt, der den Betroffenen wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen muss. So verkündet OB Sauerland in Form einer sich an die Menschen ran wammsenden Dankesrede …

Oberbürgermeister Sauerland dankte allen Menschen […] dass die Veranstaltung trotz des Unglück geordnet zu Ende gebracht werden konnte und dass keine weiteren Opfer zu beklagen sind. „Die besonnenen Reaktionen aller Beteiligten und das ausgearbeitete Sicherheitskonzept haben das gewährleistet.“

So so, das ausgearbeitete Sicherheitskonzept, Herr Sauerland? Sprechen Sie von der selben Veranstaltung, wie der Rest der Republik?

Gier kann tödlich sein

Für Vorhaltungen und Spekulationen ist es zum einen zu früh und zum anderen nicht das richtige Thema. Was sich gestern am Nachmittag auf der Loveparade 2010 ereignet hat, nimmt einem alle Worte.

Bisher 19 Tote und ungefähr 340 Verletzte sind die Bilanz von einem eigentlich freudigen Ereignis, dessen Sinn man zwar nach nicht verstehen muss, aber durchaus respektieren kann. Aber all das tat ab 17:0 Uhr überhaupt nichts mehr zur Sache. Von diesem Augenblick an ging es nur noch um das blanke Entsetzen, Panik, Massenhysterie und Menschen, die zum Feiern gekommen und um ihr Leben fürchten mussten. Die Gründe für den tragischen Zwischenfall liegen, dank der chronischen Verweigerungshaltung der Verantwortlichen in Bezug auf die Informationspolitik, nach wir vor im Dunkeln. Das wird aber nicht lange so bleiben und ich wünsche mir schon jetzt inständig, dass dem Oberbürgermeistervon Duisburg, Adolf Sauerland, seine kaltschnäuzigen und vollkommen pietätlosen Erklärungen zur heutigen Pressekonferenz nachträglich mit lautem Knall um die Ohren fliegen.

Darf ich nicht bei Buben sein, kehre ich bei Nonnen ein.

Es ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz. Nur weil ein Mann im etwas gehobeneren Alter sich vor lauter Arbeit mit dem Hier und Jetzt nicht an das Gestern oder Vorgestern erinnern kann, macht man ihm aus Jahrzehnte alten Mücken eine Herde großer Elefanten. Und erst wenn der Druck aus der Gesellschaft, die er immer zu behüten und vor sich selber zu schützen suchte, die Grenze des Erträglichen übersteigt, sodass er sich von Amt und Würden zurückzieht, gibt der Pöbel Ruhe. Aber was danach kommt, das will wieder keiner wissen. Niemand, der sich ebenso liebevoll um dieses vermeintlich schwarze Schaf im Kreise der katholischen Kirche kümmern will.

Zum Glück war Bischof Walter Mixa schon immer ein Mann der Tat. Zupacken war stets sein Motto und wenn das Leben hinlangt, dann hat er auch mit blutiger Nase grundsätzlich weiter seinen Weg gesucht. Es ist also irgendwie nur konsequent und sinnvoll, sich nun bei einer Handvoll Nonnen einzumietet. Die geben sich zwar im Vorfeld etwas spröde, aber er weiß ja aus seiner langen Erfahrung als Bischof, wie steinig der Weg ins Licht sein kann. Außerdem ist er nicht der einzige Mann in diesem Hort der Glückseligkeit, sodass ihm eine gewisse Unterstützung sicher sein dürfte.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Nonnen auch zurückschlagen, wenn er sich erst so richtig eingelebt hat.

Ameland ist abgebrannt

Was uns derzeit in Stundentakt an neuen, erschütternden Informationen bezüglich der abartigen Handlungen mehrerer Jugendlicher an Gleichaltrigen und jüngeren Kindern bei einer Ferienfreizeit auf der westfriesischen Insel Ameland erreicht, muss man erst einmal verpacken. Dabei sind die Details so dermaßen verstörend und unglaublich menschenverachtend, dass es auch den ganz Hartgesottenen unter uns schwer fallen dürfte, die Fassung zu bewahren. Müsste ich den betroffenen Kindern und Eltern gegenüber treten, mir würden schlicht die Worte fehlen.

Betrachtet man dann den Ablauf der Ermittlungen, so muss man direkt noch einmal ganz schwer an sich halten. So verhält es sich, unbestätigten Berichten in der Presse zufolge, so, dass zwei Beamten derzeit zur Sache nicht vernommen werden können, weil sie sich im Diensturlaub befinden. Da muss die Frage gestattet sein, warum so ein Umstand einen Hinderungsgrund darstellt. Wenn ich mal in Urlaub bin, dann muss ich für meine Kunden trotzdem in einem gewissen Umfang erreichbar sein. Und wenn der Dienstherr seine Beamten rufen will, dann sollte er doch auch eigentlich wissen, in welche Richtung. Oder etwa nicht? So bleibt es erst einmal die nächsten 14 Tage im Dunkeln, weshalb die beiden betreffenden Beamten zwar an den Ort des Geschehens gerufen wurden, dort aber überhaupt nichts feststellen und folglich auch keinen Eintrag in das System gemacht haben. Wäre hier nicht ein wenig mehr Misstrauen und kriminalistischer Spürsinn angeraten gewesen?

Und dann sind da noch die Betreuer der Gruppen auf Ameland. Die sollen zwar Kenntnis von dem mehrere Tage andauernden Martyrium gehabt haben, sind aber „offenbar“ überfordert gewesen. Sicher, so etwas ist kein einfacher Schabernack unter Jugendlichen und kratzt auch gewiss am eigenen Weltbild. Aber hier das Argument der Überforderung anzuführen geriert schon zu einer Beleidigung für die Opfer und Betroffenen. Was sollen denn die missbrauchten Kinder sagen, wenn man sie nach ihrem Befinden fragt? Und wofür reisen Betreuer mit, wenn sie sich im Krisenfall als überfordert betrachten? Sollte das das Maximum dessen sein, was man von Betreuern einer solchen Veranstaltung erwarten darf, so wirft man seine Kinder künftig wohl besser über dem Urwald ab und überlässt sie sich selbst und ihrem Schicksal. Dann weiß man wenigstens, warum etwas schief geht, wenn es schief geht.

Wann kommen alle in unserer Gesellschaft, Väter, Mütter, Tanten, Onkels, Brüder, Schwestern, Politiker, Jugendschützer, Singles und Familien, Lehrer, Geistliche und wer da sonst noch alles für die Geschicke unserer Gesellschaft zuständig ist, an den Punkt zu erkennen, dass wir handeln müssen. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen kann und darf nicht so aussehen, dass wir sie in jeder Hinsicht unantastbar machen. Regeln und Konsequenzen müssen Hand in Hand mit Schutz und Fürsorge gehen. Keinem ist damit gedient, wenn wir Kinder und Jugendliche aufgrund falsch verstandener Behutsamkeit sich selbst überlassen und uns so aus ihrem Leben, ihrer Entwicklung verabschieden.

Es wird Zeit, dass unsere Gesellschaft wieder Werte wie Respekt, Zuverlässigkeit und Verantwortung lernt. Nur dann werden wir es auch denen glaubhaft vermitteln können, die auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Werdet endlich wach!

Nach Diktat verreist!

Heißa, Hossa und Juchee, die Sommerpause ist da und die Kanzlerette der Herzen geht voller Glück im Herzen in den Urlaub. Ihrem eigenen Bekunden nach ist in der amtierenden Regierung alles top! Die aktuellen Probleme und der dramatische Abfall in der Wählergunst, verbunden mit der grassierenden Landflucht in den eigenen Reihen, sind lediglich den vielen, unvorhersehbaren Einflüssen von außen geschuldet. Hierzu zählt unter anderem die teuflische Vulkanasche, aber auch, und hier ist fast ein Hauch von Selbstkritik zu spüren, der holprige Start der Regierungsarbeit. Aber der Rest ist super. Uneingeschränkt.

Deutschland ist fantastisch durch die Wirtschaftskrise getaumelt (Anmerkung: und taumelt noch), das Wachstumsbeschleunigungsgesetz nimmt täglich mehr Fahrt auf und Mindestlöhne sind auch verdammt chic. Nachfolger für die entschwundenen Minister stehen in Form von „kompetentem Nachwuchs“ in den Startlöchern und mit den Liberalen hat man sich ja auch „ein Stück weit zusammen gerauft“.

Wenn sie dann wieder aus dem Urlaub zurück ist, will sie “[…] schnellstmöglich das Zeitalter der regenerativen Energien erreichen (…) und dazu auch eine Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke ins Auge fassen.”

Na, bei der Bilanz strahlen wir doch alle, Angela!

Onkel Angela will Dich!

Es ist wirklich wie verhext. Ein Verbündeter nach dem anderen verlässt das sinkende Schiff. Die Liste der Fahnenflüchtigen liest sich mit Namen wie Christian Wulff, Roland Koch, Jürgen Rüttgers, Ole von Beust, Günther Oettinger oder Dieter Althaus wie das Who-is-Who der Grausamkeiten. Aber was soll Onkel Angela schon machen, wenn ihr, außer ein paar leidvollen Emporkömmlingen, nichts bleibt, sieht man mal von den üblichen politischen Widergängern und dem Schönling Guttenberg ab? Die Lösung des wuchernden Parteiproblems liegt tief in der amerikanischen Rekrutierungsgeschichte verborgen und nicht etwa in der unterirdischen Regierungsarbeit.

In Zeiten des größten Unbill muss man eben auch mal zu unpopulären Mitteln greifen. Folglich wird die CDU die Ruhe während der Sommerferien nutzen und in nahezu jeder Deutschen Stadt Rekrutierungsbüros eröffnen. Dank der schwierigen, wirtschaftlichen Bedingungen ist der Leerstand in den Innenstädten ja groß genug. Billige Büros sollten also ausreichend vorhanden sein. So soll dann frisches Blut in die Parteigräben strömen. Frischfleisch, welches sodann von der gefräßigen Bestie „Koalitionsstreit“ zerrissen werden kann. Sich zu opfern, soll dabei ganz einfach sein. Man muss sich nur bis zu Besinnungslosigkeit besaufen und dann in eines der neuen Rekrutierungsbüros wanken. Dort wartet ein Ortsbeauftragter der CDU mit den Aufnahmepapieren. Fix drei Kreuze mit dem eigenen Blut aufs Papier geschmiert und schon ist man für die kommenden 14 Tage Minister in der amtierenden Regierung.

Die kommende Bundestagswahl wird dann, in Analogie zum geistigen Vater dieser Regierungsbildung, unter dem Motto „Schweinebucht 2013“ stehen. Hoffen wir nur, dass gegen widerspenstige Wählergruppen kein Agent Orange eingesetzt werden muss.

Im Wiegeschritt zu gutem Benehmen

Wer lang hat, lässt lang hängen. Und das macht man ja nicht umsonst. Die ganze Welt soll teilhaben und sich an der vermeintlichen Pracht erfreuen. So jedenfalls die landläufige Meinung. Mit der sogenannten eEtiquette-Sammlung von 101 Benimmregeln im Internet und auf sozialen Plattformen, bzw. beim eMail-Verkehr, macht uns die Telekom in einer süffigen Mischung aus Schlüpfrigkeit und betonter Prüderie einen Strich durch die Rechnung. Oder um im angestrengten Duktus zu bleiben: René Obermann legt uns verbal das digitale Badetuch um die Hüften.

Manches ist auch gar nicht so falsch und deckt sich bis knapp an die 100% mit meinen Wertvorstellungen von Sitte und Anstand im Internet. Allerdings sollte man sich bei manch einer der liebevoll durchformten Regeln schon fragen, wo der Autor seine Freizeit zu verbringen pflegt. Die oft doch sehr blumigen Vergleiche lassen durchaus Rückschlüsse auf gewisse Verhaltensmuster zu, die, ohne zu persönlich werden zu wollen, dem einen oder anderen fremd oder gar befremdlich erscheinen mögen. Aber vielleicht basieren sie auch nur auf zwangsweise erlangten Erfahrungen des digitalen Moralapostels und ihre Verarbeitung im Online-Knigge 2.0 dient teils zur Auflockerung des recht strengen Themas und zum anderen zur Bewältigung der eigenen, sehr tief sitzenden Traumata.

Ich jedenfalls halte es hier nicht ganz so mit der Buchstabentreue und verfahre lieber dem individuellen Umstand angemessen. Oder um noch mal im Wortbild zu bleiben: wenn jemand seine Glocken bewusst und mit Vorsatz vor meinen Augen läutet, dann schaue ich auch hin!

Robbie That, Take Williams

Alles wird gut, das war schon immer so. Und auch heute wird auf dem goldenen Pfad ins Paradies ein eindeutiger Wegweiser in den Straßenrand gepflanzt. Robbie Williams kehrt zurück in die muskulösen Arme seiner ehemaligen Bandmitglieder von Take That. Endlich können wir wieder Schmachtfetzen im Radio genießen, die mit kurzweiliger Alltagsprosa bis unter den gewanderten Haaransatz vollgestopft sind. Ein neues Studioalbum ist bereits in der Mache und soll uns ab November beglücken. Rechtzeitig zu der Jahreszeit, in der es wieder früher dunkel wird und unsere Herzen nach konservierten und musikalisch perfekt durch arrangierten Gefühlen dürsten.

Mir wird ganz pubertär!

Ich höre auf zu arbeiten!

Nie wieder werde ich gehen. Keine einzige Sekunde mehr Schuften, Plockern, Anschaffen.

Zumindest nicht in den nächsten 1 1/2 Stunden.

Tod aber pünktlich

Man muss Prioritäten setzen. Das gilt im Falle der Bahn und ihren ICEs sowohl für den Betreiber, als auch die Fahrgäste. Service ist endlich, kennt Grenzen und darf in keinem Fall als Universalargument Pro oder Kontra hoher Preise missbraucht werden. Insofern ist es nur richtig und konsequent, wenn man aus unternehmerischer Sicht auf solchen Schnick-Schnack wie Klimaanlagen verzichtet. Dass es dann, an Tagen wie diesem, während der Fahrt schon recht warm werden kann, ist vielleicht nicht so toll, aber dafür geht es doch zügig voran.

Man kann halt nicht immer alles haben und solange der Zug rollt, sollte doch allen Wünschen der Passagiere genüge getan sein. Reisen, gerade mit der Bahn, war schon immer ein Abenteuer. Unzählige Dichter, Sänger und Schriftsteller haben das schon in ihren Werken untermauert. Und es gibt absolut keinen Grund, warum man nicht, wie früher, kleineren Unpässlichkeiten beim Transport mit Wurstbrot und Gitarre begegnen könnte. Schlimm genug, wenn man den Blick auf das Wesentliche wegen solcher Bagatellen aus den Augen verliert. Ich halte jede Wette, dass kaum jemand auf die schöne Landschaft und die urigen Bahnhöfe geachtet hat.

Anstelle dessen versuchen nur wieder ein paar Jugendliche Profit aus der Sache zu schlagen und fallen einfach so um. Fürchterliche Mitnehmer-Mentalität. Man mag sich kaum vorstellen, was das noch für Blüten treiben wird.

Gut nur, dass nun das Eisenbahnbundesamt ermittelt. Die werden diesen Kleinkriminellen schon auf die Sprünge helfen!

Lass De Jong doch ma nach Vorn!

Spanier können aber auch so gemein sein. Wo ist das Problem, wenn man die anderen bei den Kung-Fu-Meisterschaften in Südafrika auch mal auf die Matte lässt? Hm? Eben! Da sollte man dann auch nicht jammern, wenn den sonst so ruhigen Niederländern einfach mal die Handbremse am Wohnwagen rausspringt.

De Jong wollte auch nur spielen. Gebracht hat es trotzdem nix.

¡Viva España!

Den falschen Weg genommen Du hast!

Vor dem Hintergrund der sehr gelungenen Aufzeichnungen mit Darth Vader, kommt hier und jetzt das „Gute“ auf das Navigationssystem. Mit Meister Yoda finden wir vielleicht wieder zurück ins Licht. Den Weg nachhause finden wir mit dem wirren Gebrabbel jedenfalls nicht.

Jetzt noch C3Po oder R2D2.

Na dann, guten Appetit!

Das war ja dann wohl nix. Aber die Gründe für die gestrige Niederlage der deutschen WM-Elf dürften ja offen und für jedermann auf der Hand liegen. Der Ball war nicht rund genug, der Rasen hatte das falsche Grün, der Wind ging nicht richtig, das Wetter war ungünstig, Jogis Pullover aus Baby-Mohair war einen Tacken zu luftig, die Iso-Getränke waren zu warm, die Umkleide war zu kalt, die Vuvuzelas waren zu laut …

Ach, was rede ich da. Es gab eigentlich nur einen Grund. Beide Mannschaften, sowohl die spanische, als auch die deutsche, hatten mächtig die Hosen voll. Wir hinten, die Spanier vorne.

Was ein B’Rocken!

Marcel D’Avis, der Haudegen bei 1&1 und ausgemachter Charmeur, hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten regelrecht in unsere Herzen, Wohnungen und DSL-Anschlüsse schlawinert. Vom Wunsch beseelt, uns alle Hand in Hand in eine bessere und funktionierende Online-Welt zu begleiten, war er 36 Stunden am Tag bedeutend aktiver, als sich das ein normaler Mensch überhaupt nur vorstellen kann. Aber das reicht ihm nicht. Es ist diesem, von Gott geschickten Anschlussretter beileibe nicht genug, nur für Verbindung zu sorgen. Er will mehr. Er will uns regelrecht befreien.

Gerade noch hat er höchstpersönlich das armdicke Luxuskabel aus der 1&1 Drahtmanufaktur durch unsere Wohnzimmer geschleift, schon nimmt er uns mit, in eine gänzlich drahtlose Zukunft. Keine Arbeit ist ihm zu schwer, kein Auftrag zu kompliziert. Wie das durch das Brennglas eines jeden Lausbuben gebündelte Sonnenlicht auf dem Rücken eines hilflosen Käfers, ist sein Blick vergleichbar scharf auf unser digitales Wohl fokussiert.

So war der nächste Schritt für die Weisen und Gebildeten unter uns auch nur logisch. In der knappen, ihm verbleibenden Freizeit, hat Marcel sich drangemacht, ein absolut neuartiges und innovatives Gadget zu entwickeln. Fernab aller ausgetrampelten Pfade und unbeeinflusst uninspirierter Vorlagen aus dem vorherrschenden Mainstream, hat Marcel uns ein Gerät geschmiedet, auf das wir alle gewartet haben. Unter dem bezeichnenden Namen „1&1 SmartPad“ gleicht es schon fast einer wahr gewordenen Prophezeiung, dem Manna des World Wide Web.

Und es ist, wer hat anderes erwartet, wie alles bei 1&1: groß, schwer und hässlich!

Who’s next?

VuvuTube

Videokonsum vor der heimischen Glotze ist in etwa so kommunikativ, wie eine gepflegte Konversation mit einem Astloch. Sicher, man kann sich endlich mal alles ungestört von der Seele quatschen, aber wirklich viel Feedback ist nicht zu erwarten. Und beim Betrachten des aktuellen Hollywood-Blockbusters auf dem 160 Zoll Super-LED-Plasma-Hybriden mit Dolby-Surround und diversem anderen Schnick-Schnack aus dem letzten Saturn-MediaMarkt-Kaufrausch Angebot verhält es sich nicht viel anders. Alles starrt in eine imaginäre, vollkommen unerreichbare Welt jenseits der Schutzscheibe und zu keiner Sekunde hat man die Chance, dem Superhelden im rechten Moment den lebensrettenden Tipp zu geben oder, wie im Moment wesentlich entscheidender, den Ball zum Siegtreffer einfach mal in den gegnerischen Kasten zu schlenzen.

Genau an dieser Stelle hakt sich nun Youtube ins Geschehen ein. Wenn man schon nicht mit 800 Millionen anderen Zuschauern auf dem Platz ins Geschehen eingreifen kann, dann sollte man aber wenigstens der Begeisterung oder dem Frust adäquat Luft verschaffen können. Das geschieht, bei derzeit jedem Filmchen, über das kleine Symbol in der Steuerleiste. Einfach drauf klicken und sich über ohrenbetäubendes Vuvuzela-Dröhnen Wut oder Begeisterung, Langeweile oder sonst irgendwas lautstark in Szene setzen.

Prööööööööööööööööööööööööööt!

Königin Angela und der Leidwulff

Was war das ein Gehampel. Erst verdrückt sich Onkel Hotte durch die Hintertür und dann hat uns Angela ungeahnte Probleme ihren Neuen durch die Reifeprüfung zu bringen. Hat sie doch vor der Wahl des Bundespräsidenten ihre Gefolgschaft auf Geschlossenheit und Gehorsam eingeschworen, damit die Wahl von Christian Wulff zu einem Feuerwerk der positiven Emotionen und ein neuer Grundpfeiler im Vertrauensfundament der maroden schwarz-gelben Koalition wird. Nur, es kam anders. Ganz anders.

Schon im ersten Wahlgang wandelte sich ihr schöner Plan in eine schallende Ohrfeige für sie und ihre Koalition. Eine erkleckliche Zahl von Wahlfrauen und Wahlmännern aus ihren eigene Reihen verweigerte dem Neuen die Stimme. Und auch aus der FDP konnte er nicht alle Stimmen erhalten haben. Hier waren Einzelne mit so viel Rückgrat gesegnet, dass sie schon lange vor der Wahl ihre Gefolgschaft verweigerten.

Da war es nur gut, dass die Wahl geheim war und Guido Westerwelle so die Möglichkeit hatte, den schwarzen Peter in die Reihen des Koalitionspartners zu verweisen. Einen Gegenbeweis konnte man auf die Schnelle kaum antreten und für die 4-Prozent-Partei unter Königin Guido schien alles im Lack. Also ging es in den zweiten Wahlgang, der nicht besser ausgehen sollte. Nach dem auszählen der Stimmen dieses zweiten, erfolglosen Versuchs untermauerte, was schon vorher klar war. Angela Merkel kann ihre Reihen nicht mehr geschlossen halten und was die Bevölkerung schon lange, aber ohne sichtbaren Erfolg moniert, wurde nun auch hier sichtbar. Unzufriedenheit und Verdruss, so weit das müde Auge reicht.

Mit hängenden Mundwinkeln schleppte man sich erst zur Besprechung und dann wieder, ein drittes Mal, an die Wahlurne. Nun musste es die einfache Mehrheit richten und sie tat es. Nun endlich sollte sie ihren persönlichen Leidwulff bekommen. Was eine Erleichterung für sie und all jene, die mittlerweile Schlimmstes befürchteten. Aber es lief ausnahmsweise glatt und der Kandidat erhielt sogar die eindeutige Mehrheit der Stimmen, die er eigentlich im ersten Wahlgang schon hätte kriegen müssen. Was lag bei diesem Ergebnis also näher, als sich den ganzen Ablauf schön zu reden und so zu tun, als hätte man gerade einen wahnsinnig großen Erfolg für sich verbuchen können. Keine Rede mehr vom größten, anzunehmenden Gauck. Endlich Blumensträuße, Applaus, erstaunliche Reden, Schnittchen und Sekt.

Der Fisch stinkt halt vom Kopf her.

I love it!

Ist es nicht herrlich? Seit geraumer Zeit beobachte ich mit wachsender Begeisterung das Gekloppe um Flash oder Nicht-Flash. Und während ich so auf meinen Bildschirm starre, verabschiedet sich eben jene Erweiterung mit stetig steigender Frequenz einfach mal eben so in den Orkus. Selten war ich von einem Fitzelchen Software so genervt, wie von dieser Erweiterung. Da betrachte ich es, Steves sehr eigenwillige Haltung in Sachen Meinungsmache, schon fast als Segen, dass man sich im Hause Apple zumindest bei den Lifestyle-Gadgets gegen die Einbindung entschieden hat. Ich hätte keine Lust permanent dieses Dialogfenster auf einem iPhone oder iPad weg zu klicken und das Gerät für ein weiteres Verwenden mal eben neu starten zu müssen.