Heja, Heja, DE … PPEN!
Bevor ich nun zum Generalabriss ansetze, möchte ich doch erst einmal meinen Dank aussprechen. Der geht an die Toten Hosen und ist dafür, dass sie sich mit dem „DEG Club 2012“ schützend vor die DEG schmeißen, um auch in den nächsten Jahren den Verein noch spielen zu sehen. Das dazu.
Bei aller Begeisterung für diese wirklich wichtige und tolle Unterstützung dieser Düsseldorfer Punk-Kapelle sollte man jedoch auch mal die aktuellen Tendenzen jenseits des Eises betrachten. Der Fisch stinkt nämlich nicht nur vom Kopf. In diesem Fall muffelt es ganz gewaltig von den Rängen. Sieht man sich mal an, was jüngst nach dem Spiel gegen die Straubing Tigers passiert ist, muss man sich langsam fragen, wer eine Rettung dringender nötig hat, die Mannschaft oder die sogenannten Fans. Wenn sich „altgediente“ Brehmplatzfans mit dem „Nachwuchs“ auf den Rängen prügeln (verbal oder physisch), dann ist eine Qualität erreicht, die ganz dringend thematisiert werden muss.
Es kann einfach nicht sein, dass die ehemaligen Brehmplatz und jetzigen Dome-Zuschauer glauben, dass sie irgendwelche Erbrechte hätten, die sie in die Position versetzen zu entscheiden, wer ein echter Fan ist und wie sich dieser zu verhalten hat. Zugegeben, was sich mancher „Neuling“ in Anbetracht der unterirdischen Spielleistung der Mannschaft an Beschimpfungen gegenüber dem eigenen Team heraus nimmt, schrammt hart an der Grenze des guten Geschmacks und übertritt mitunter leichtfüßig das, was man noch so gerade als erträglich bezeichnen kann. Aber es kann auch nicht angehen, dass neu hinzu gekommene Zuschauer ausgegrenzt werden, weil sie zum ersten Mal da sind. Jeder hat irgendwann naturgemäß sein erstes Spiel. Das war am Brehmplatz auch nicht anders. Und es ist an den Alteingesessenen, diese neuen Fans in ihre Reihen aufzunehmen und ihnen nahe zu bringen, wie man die eigene Mannschaft anfeuert und unterstützt. Tut man das nicht und ergeht sich lieber in Heulen und Wehklagen, so muss man sich nicht wundern, wenn die Ränge irgendwann leer bleiben. Niemand will die ewig Gestrigen, die ohne Unterlass betonten, wie gut Früher alles war. Früher waren Gummistiefel aus Holz. Na und?
Aber genau hier sind wir beim zweiten Knackpunkt. Während auf den Rängen und im Stehbereich fleißig gejammert wird, wird genau das vernachlässigt, was eigentlich im Vordergrund stehen sollte. Kaum noch Fan-Gesang oder Sprechchöre. Einzig der DSC macht noch Stimmung. Wobei man hier auch sehr kritisch das Verhalten bei Auswärtsfahrten bewerten muss. Eine S-Bahn wird auch dann nicht schöner, wenn sie von DEG-Fans demontiert wird. Bleiben wir aber einfach zu Hause und sehen uns an, was da alles schief läuft.
Wenn es mit der DEG weitergehen soll, dann muss sowohl Geld her, als auch eine Fankultur. Aber eine, die es möglich macht, neu dazu zu kommen und gerne dabei zu bleiben. Schlägereien sind da genau so wenig hilfreich, wie das ewige proklamieren vom vermeintlichen Glanz des Vergangenen. Neue Zuschauer, egal ob sie einmal oder 100 mal zu den Spielen kommen, sollten genau so herzlich empfangen werden, wie man selber es für sich wünscht. Die Mannschaft sollte angefeuert werden, auch oder gerade, wenn es mal wieder nicht so rund läuft. Dann, aber auch nur dann, kann man sich das neue Trikot der Hosen kaufen und es mit Stolz tragen oder in die Wohnung hängen. Denn, für den Fall, dass es nicht zu allen durchgedrungen ist, es steht „Alles aus Liebe“ darauf. Haltet euch dran.
Ach ja, und zum Abschluss noch ein Wort an die Kölner Haie und ihre Fans: als es euch 2010 nicht so rosig ging, hat die DEG für euch Benefiz-Spiele angeboten und organisiert. Man sollte für Hilfe zwar keine Gegenleistung erwarten, aber Schmähgesänge zeugen auch nicht gerade von besonderer Reife.




















Kreuzverhör
by Keule
"Vielen Dank! Es kam aus tiefstem Herzen!"by angelo76
"Sehr treffend beschrieben - Top!"by Keule
"Ich bin dabei. Aber dann musst Du die Musik machen und ich mache Theke!"