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Heja, Heja, DE … PPEN!

Bevor ich nun zum Generalabriss ansetze, möchte ich doch erst einmal meinen Dank aussprechen. Der geht an die Toten Hosen und ist dafür, dass sie sich mit dem „DEG Club 2012“ schützend vor die DEG schmeißen, um auch in den nächsten Jahren den Verein noch spielen zu sehen. Das dazu.

Bei aller Begeisterung für diese wirklich wichtige und tolle Unterstützung dieser Düsseldorfer Punk-Kapelle sollte man jedoch auch mal die aktuellen Tendenzen jenseits des Eises betrachten. Der Fisch stinkt nämlich nicht nur vom Kopf. In diesem Fall muffelt es ganz gewaltig von den Rängen. Sieht man sich mal an, was jüngst nach dem Spiel gegen die Straubing Tigers passiert ist, muss man sich langsam fragen, wer eine Rettung dringender nötig hat, die Mannschaft oder die sogenannten Fans. Wenn sich „altgediente“ Brehmplatzfans mit dem „Nachwuchs“ auf den Rängen prügeln (verbal oder physisch), dann ist eine Qualität erreicht, die ganz dringend thematisiert werden muss.

Es kann einfach nicht sein, dass die ehemaligen Brehmplatz und jetzigen Dome-Zuschauer glauben, dass sie irgendwelche Erbrechte hätten, die sie in die Position versetzen zu entscheiden, wer ein echter Fan ist und wie sich dieser zu verhalten hat. Zugegeben, was sich mancher „Neuling“ in Anbetracht der unterirdischen Spielleistung der Mannschaft an Beschimpfungen gegenüber dem eigenen Team heraus nimmt, schrammt hart an der Grenze des guten Geschmacks und übertritt mitunter leichtfüßig das, was man noch so gerade als erträglich bezeichnen kann. Aber es kann auch nicht angehen, dass neu hinzu gekommene Zuschauer ausgegrenzt werden, weil sie zum ersten Mal da sind. Jeder hat irgendwann naturgemäß sein erstes Spiel. Das war am Brehmplatz auch nicht anders. Und es ist an den Alteingesessenen, diese neuen Fans in ihre Reihen aufzunehmen und ihnen nahe zu bringen, wie man die eigene Mannschaft anfeuert und unterstützt. Tut man das nicht und ergeht sich lieber in Heulen und Wehklagen, so muss man sich nicht wundern, wenn die Ränge irgendwann leer bleiben. Niemand will die ewig Gestrigen, die ohne Unterlass betonten, wie gut Früher alles war. Früher waren Gummistiefel aus Holz. Na und?

Aber genau hier sind wir beim zweiten Knackpunkt. Während auf den Rängen und im Stehbereich fleißig gejammert wird, wird genau das vernachlässigt, was eigentlich im Vordergrund stehen sollte. Kaum noch Fan-Gesang oder Sprechchöre. Einzig der DSC macht noch Stimmung. Wobei man hier auch sehr kritisch das Verhalten bei Auswärtsfahrten bewerten muss. Eine S-Bahn wird auch dann nicht schöner, wenn sie von DEG-Fans demontiert wird. Bleiben wir aber einfach zu Hause und sehen uns an, was da alles schief läuft.

Wenn es mit der DEG weitergehen soll, dann muss sowohl Geld her, als auch eine Fankultur. Aber eine, die es möglich macht, neu dazu zu kommen und gerne dabei zu bleiben. Schlägereien sind da genau so wenig hilfreich, wie das ewige proklamieren vom vermeintlichen Glanz des Vergangenen. Neue Zuschauer, egal ob sie einmal oder 100 mal zu den Spielen kommen, sollten genau so herzlich empfangen werden, wie man selber es für sich wünscht. Die Mannschaft sollte angefeuert werden, auch oder gerade, wenn es mal wieder nicht so rund läuft. Dann, aber auch nur dann, kann man sich das neue Trikot der Hosen kaufen und es mit Stolz tragen oder in die Wohnung hängen. Denn, für den Fall, dass es nicht zu allen durchgedrungen ist, es steht „Alles aus Liebe“ darauf. Haltet euch dran.

Ach ja, und zum Abschluss noch ein Wort an die Kölner Haie und ihre Fans: als es euch 2010 nicht so rosig ging, hat die DEG für euch Benefiz-Spiele angeboten und organisiert. Man sollte für Hilfe zwar keine Gegenleistung erwarten, aber Schmähgesänge zeugen auch nicht gerade von besonderer Reife.

Das kann passieren

Ist man in „der Werbung“ unterwegs, kennt man die Prozesse, welche in teils sehr schwierigen und schleppenden Meetings zu Entscheidungen führen, die einen im Nachhinein nur noch mit dem Kopf schütteln lassen. Aber selbst, wenn man die Gepflogenheiten in diesem schillernden, von ausgelassenen Partys geprägten Metier nicht kennt, kommt man trotzdem nicht umhin sich zeitweilig zu wundern.

Ein Anwärter auf den Werbespot mit der eigentümlichsten Botschaft ist der aktuelle Nivea Werbespot anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Unternehmens, respektive der Fettpaste im blauen Döschen. Hier jammert die gute, alte Rihanna zu emotional hoch aufgeladenen Bildern diverser Personen, die sich gegenseitig mit besagter Creme bestreichen und gemeinsam in einem King-Size-Bett herum rollen. Bis hier her ist es ein Spot, wie 1.000.000 andere vor ihm. Interessant ist eher eine Kleinigkeit, welche sich im Hintergrund abspielt. Es ist der Titel, den Rihanna, das neue Celebrity Testimonial der Marke, dort jammert. „California King Bed“ heißt der Titel und handelt im Wesentlichen von einer Frau, vielleicht gar Rihanna selbst, und ihrem Typen, wie sie nebeneinander in einem großen Bett unter Kaliforniens Sternen liegen. Während sie da so liegen und fummeln, wird sich besagte Frau gewahr, dass man sich wohl entfremdet hat und es die letzten Berührungen sein werden, die die beiden austauschen. Rihanna umschreibt das mit „So how come when I reach out my finger, It feels like more than distance between us“.

Was möchte uns der Konzern also gerne mit diesem Spot sagen? Man hat sich entzweit? Trennen sich Fett und Wasser bei Nivea und gehen zukünftig wieder getrennte Wege? Oder ist es viel simpler und irgendwie hat keiner wirklich auf den Text im Lied geachtet?

Wir werden es wohl nie erfahren, dürfen uns nur weiter wundern.

Cloud wer meine Daten?

Es sind wohl nur noch wenige Tage, bis Apple sein neues Betriebssystem von der Leine lässt und damit dann wohl auch zeitgleich mit dem eigenen Cloud-Dienst „iCloud“ starten wird. Was für das Unternehmen aus Cupertino vordergründig betrachtet ein Novum ist, nimmt sich in der Branche als eine bekannte Technologie aus. Im Grunde sogar alter Wein in neuen Schläuchen, denn das, was seit einigen Monaten als die eierlegende Wollmichsau durch nahezu jedes Technologiedorf getrieben wird, ist nix Neues. Was damals unter Eingeweihten gerne mit „Shared Hosting“ oder „Load Balancing“ betitelt wurde, ist streng genommen nichts anderes. Aber es klingt schwierig und lässt sich so nicht an Konsumenten verticken. Also nutzt man die reichlich vorhanden Wolken der in der Branche üblichen Nebelbomben und gibt dem Kind einen hübschen Namen. Das ist im Grunde auch okay, denn Dinge, die schöne Namen haben, verkaufen sich besser. Wer will an der Tanke schon einen Schokladenersatz-Karamelsurrogat-Barren mit Erdnussresten bestellen? Eben, niemand. Man kauft Snickers.

So weit, so egal. Halten wir also fest, dass Apple nix anderes macht, als andere Hersteller. Man bietet dem Kunden einen Platz in der Wolke. Interessant ist nur die Panik, die damit einher geht. Aus mir unerfindlichen Gründen werden nun Sicherheitsbedenken laut, die seit Jahren keine Rolle zu spielen schienen. Oder wer hat sich wirklich ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wo die Homepage des Dackelzuchtvereins gespeichert war und wer alles an diese Daten dran konnte, respektive in welchem Orkus sie verschwinden, wenn sie es denn täten? Fast niemand. Zumindest keine Gruppe von Endanwendern in einer nennenswerten Größe. Terabyteweise wurden jahrelang und völlig frei von Zweifel oder Sorgen die eigenen Daten auf Bild-Hostingdienste, Videoplattformen und Social-Network-Dienste verschoben. Dabei schien es vollkommen egal, wie diese Daten dann bereitgestellt werden. Es hatte ja keinen fluffigen Namen. Dabei muss man sich einfach im Klaren darüber sein, dass auch diese Anbieter jener und vergleichbarer Dienste gewiss nicht nur einen Server und oft genug nicht nur ein Rechenzentrum nutzten. Unsere Daten waren also schon immer in einer Wolke. Unmöglich zu sagen, von wo ich meine eigenen Daten gerade zurückbekam.

Und selbst die sich einer permanent steigenden Akzeptanz erfreuenden Anbieter von Online-Shops, nehmen wir als Beispiel Amazon, bedienen sich naturgemäß dieser Technologie. Anders wäre die Menge an Kunden auch gar nicht zu bedienen. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Das spare ich mir aber einfach mal. Spätestens jetzt sollten eigentlich jedem mindestens ein oder zwei Dienste einfallen, die potentielle Wolken-Kandidaten sind. Wer also bisher keine Bedenken an der Integrität und Sicherheit der eigenen, teils sehr persönlichen Daten hatte, kann sich auch in der Wolke beruhigt schlafen legen. Alle anderen werden vielleicht meine Verwunderung teilen und diese Dienste, gleich wie man sie nennt, mit einem gerüttelten Maß an Skepsis betrachten und ggf. nur sehr selektiv nutzen.

Es ist eben nicht alles Gold was glänzt. Es ist aber auch nicht alles immer eine Gefahr, nur weil es von selbst ernannten Experten in der Medienlandschaft als solche kolportiert wird. Man sollte halt einfach nur ein wenig aufpassen, wo man sich bettet. Oder halt mal schauen, ob man wirklich in Wolkenkuckucksheim wohnen muss.

Schau mal, da fliegt was. Ach, das sind ja meine Daten …

Not enuff Bufdis for Gruftis

Da haben wir den Salat auf Rädern. Seit Freitag sind die Zivis in Deutschlands Kranken- und Pflegediensten ausgestorben und werden vom Helfer 2.0, dem sogenannten Bufdi ersetzt. Der Bufdi, also der Bundesfreiwilligendienst-Aktivist, soll, so die stark sozial-romantische Vorstellung unserer Bundesregierung, aus völlig freien Stücken die vakanten Stellen der Zivis besetzen. Dass das aber allenfalls in der stark geschönten Statistik funktioniert, wurde schon kurze Zeit nach Bekanntwerden dieser Regelung ersichtlich. Wen wundert es auch wirklich, ist es doch schon schwer genug, die unterirdisch bezahlten Fachkräfte in diesem Bereich zu halten.

Sieht man sich einmal aus der Nähe an, mit welchen Arbeitszeiten- und Belastungen die Hauptberuflichen Pfleger, Schwestern und Ärzte / Ärztinnen zurecht kommen müssen, die ganz nebenbei extrem mies vergütet werden, so ist die Frage nach den Beweggründen für einen Bufdi durchaus angebracht. Wo bisher ein Zivi aufgrund seiner Verweigerungshaltung gegenüber der Bundeswehr zum Helfen gezwungen werden konnte, muss man nun die Anwärter ködern. In der freien Wirtschaft gelingt dies in der Regel nur mit einer Aussicht auf lukrative Berufe, Aufstiegschancen und Karriereaussichten. Alles Parameter, die man in den Heil- und Pflegeberufen besser gar nicht erst erwartet. Wer hier mit geringsten Erwartungen einsteigt, wird relativ nah an der Realität ansetzen.

Wie aber, wenn nicht so, will man also Jugendliche oder dazu bekommen, sich hier sozial und engagiert zu zeigen? Die Missstände sind seit Jahren bekannt, alleine an deren Beseitigung wird nichts getan. Und so werden es die Verantwortlichen nicht müde, den BFD als Erfolgsmodell zu preisen, bevor seine Nagelprobe überhaupt begonnen hat. Die betroffenen Einrichtungen werden hingegen auch zukünftig alles daran setzen, von den zu erwartenden, dramatischen Problemen zu berichten. Und dazwischen befinden sich jene, die schon seit vielen Jahren unter teils unmenschlichen Bedingungen ihren Dienst verrichten. Ganz ohne Illusionen, verklärte Träumereien und notwendige Unterstützung.

Und so wird alles beim Alten bleiben. Wie immer. Nur die bescheuerte Abkürzung ist neu.

Alles total easy … und ab sofort Ihr Problem!

Vor ein paar Wochen ist es mir das erste Mal aufgefallen und Anfang des vergangenen Monats habe ich dann sehr leichtgläubig auf das ach so tolle ChipTAN-Verfahren bei der Stadtsparkasse Düsseldorf umgestellt. Vielleicht hat mich auch nur meine Technikaffinität oder das Wissen um die Arbeitsweise von TAN-Generatoren diverser Schweizer Banken dazu getrieben. Im Nachhinein weiß ich es jedenfalls nicht mehr und dieser kleine Kasten avanciert derzeit zum meist gehassten Gerät in meiner Wohnung.

Entgegen der sehr romantisierten Darstellung meiner Hausbank, ist die Abwicklung belegloser Banktransaktionen mit diesem Gerät, bzw. Verfahren alles andere als „leistungsstark“ und „bequem“. Sieht man mal davon ab, dass die Umstellung meines Kontos auf dieses neue Verfahren alles andere als glatt verlaufen ist, muss man im Gebrauch jedoch ganz massive Einschnitte in der Bedienerfreundlichkeit attestieren.

Zwar wird in dem netten Demonstrationsvideo vom aalglatten Moderator in der virtuellen Umgebung suggeriert, dass man das Teil nur an den Bildschirm halten braucht und alles wird gut, aber davon kann einfach keine Rede sein. Nebenbei und zum besseren Verständnis: der Kollege Schmierscheitel nutzt das baugleiche Display, welches auch ich verwende. Nur, dass bei mir überhaupt nix funktioniert. Aus mir unerfindlichen Gründen hat nicht eine einzige Übertragung automatisch funktioniert. Wie auch immer ich mich vor den Bildschirm klemme, der Generator will den Flimmercode einfach nicht lesen. In der Folge tippe ich alle Daten des Onlineformulars noch einmal über die Mickey-Maus-Tastatur in den kleinen Klotz und bekomme dann irgendwann die TAN angezeigt, welche wiederum ins Formular im Web eingetippt werden muss.

Wo, bitte schön, ist hier die Erleichterung und Bequemlichkeit? Und selbst wenn es klappen würde, müsste ich trotzdem noch alle Daten zusätzlich auf dem Gerät bestätigen, bevor ich meine notwendige TAN erhalte. Da war die Liste doch um einiges komfortabler und einfacher zu handhaben. Auch der Support der Stadtsparkasse ist hier wenig hilfreich. Auf das Problem hingewiesen, wurde mir lediglich ein Standardschreiben mit lauwarmen Tipps übermittelt. Individuelle Hilfe oder Beratung Fehlanzeige. Auch eine Rücksprache in meiner zuständigen Filiale brachte mehr Fragezeichen, als potentielle Antworten. Bleibt für mich nur, die Umstellung bitter zu bereuen und die Erkenntnis, dass man ganz offensichtlich den Großteil der Arbeit auf den Kunden abwälzen will. Durch den Wegfall der TAN-Listen spart man im Unternehmen einen Haufen Geld und kassiert im Gegenzug bei der Umstellung auf ChipTAN noch zusätzliche Gebühren nebst einer Einmalzahlung für das Gerät.

Eventuell liegt es aber auch einfach nur daran, dass ich nicht im schmissigen Anzug und mit Plastikhand im Damensitz vor dem Schreibtisch hocke. Das werde ich aber auch nicht ausprobieren. Vorher fülle ich wieder Belege aus.

Es gibt kein größer Leid, …

… als wat der Mensch sich selbst andeiht.

Warum, frage ich mich zuweilen, warum nur muss ich immer wieder und in bestem Glauben Projekte beginnen, die sich bereits in der Planung als echte Prüfung an Mensch und Material abzeichnen? Gestern war es mal wieder soweit. Ich hatte die ansehnlich polierten Trittleistenschienen aus feinem Edelstahl jetzt schon mehrere Monate im Schrank liegen und wollte sie endlich montiert wissen. Klar, beim ersten Anhalten war sofort ersichtlich, dass die vorhandenen Bohrungen der Nietlöcher nicht passen. Aber ich habe nun mal in diese schmucken Applikationen investiert und wollte sie nun auch anbringen. Also wurden Fakten geschaffen und die alten Trittleisten einfach entfernt. Jetzt gab es ja kein Zurück mehr und bewaffnet mit allerlei Werkzeug ging es in den Hof.

Was nun in den nächsten 3 Stunden folgte, war alles andere als erbaulich oder herzschonend. Dass die Bohrlöcher nicht mit den an den Schienen angeschweißten Gewindestiften zur Befestigung, übereinstimmten, war ja bereits ersichtlich. Wer konnte aber ernsthaft damit rechnen, auch noch eine schlechte Passform ausbügeln zu müssen? Ungenauigkeiten von 3 cm über die gesamte Länge waren im Grunde Standard. Folglich musste nicht nur gebohrt werden – was ich an meinen Rollern hasse – sondern auch Edelstahl gebogen und in seine Position gezwungen.

Es sieht toll aus, aber es ist niemandem zu empfehlen, der schnell die Nerven verliert oder handwerklich eher unterbegabt ist.

Der Ikarus-Effekt

In der griechischen Mythologie gibt es die Erzählung von Ikarus und seinem Vater Daidalos. Beide suchten gemeinsam dem Minotauros zu entkommen, indem sie sich Federn mit Wachs zu Flügeln verbanden auf den Rücken klebten. Ikarus, der nicht auf die Warnungen seines Vaters hören wollte, flog jedoch zu hoch, kam so der Sonne zu nah und starb in der Folge beim Sturz aus großer Höhe, nachdem die Wachsverbindungen geschmolzen und die Flügel abgefallen waren.

Würde man diese Erzählung auf die heutige Zeit übertragen, so wäre die Rollenverteilung relativ klar. Daidalos würde von Angela Merkel gespielt, der griechische Schuldenberg bekäme die Rolle des Minotauros, der Euro müsste den Ikarus geben und die europäische Bevölkerung darf die Sonne sein. So aufgestellt, ist die traurige Geschichte auch eigentlich schnell erzählt. Um den Euro vor dem alles verschlingenden Griechenland zu beschützen, muss man ihn aus der Schusslinie bringen. Das ist aber leichter gedacht, als getan. Zwar klebt Angela ihm mit der Unterstützung des wohl kleinsten Regierungsoberhauptes der Welt, Nicolas Sarkozy, einen Haufen Federn an den Münzrand, aber sie versäumt dabei einen Blick in den Himmel. Ein Fehler, denn je mehr sich der Widerstand in der griechischen Bevölkerung gegen die aufdiktierten Sparmaßnahmen regt, desto heller scheint die gefährlich nahe Sonne. Und so kommt, was kommen muss. Beide gemeinsam heben ab und nur einer wird wohl einigermaßen unbeschadet wieder landen. Der Euro wird es nicht sein. Wenngleich der Flug auch noch nicht einmal begonnen hat, so zeichnet sich schon jetzt sein Ende ab.

Anders ausgedrückt, ist das Misstrauen der europäischen Steuerzahler in diese neuerliche Unterstützung der maroden, griechischen Staatskassen größer denn je. Schon beim ersten milliardenschweren Rettungspaket für das einstig so beliebte Urlaubsland am Mittelmeer, war es nicht leicht, an dessen Erfolg zu glauben. Irgendwie hat man sich aber dann doch sehr überzeugt gegeben und muss nun mit den Folgen leben. Leben lassen. Mittlerweile gibt es kaum noch jemanden, der auch nur den Hauch von Hoffnung in die Sinnhaftigkeit weiterer Milliardenhilfen hat. Aber es ist entschieden und so kriecht die EU langsam auch in die Geldbörsen der Menschen. Spätestens hier endet aber der Spaß und alles Verständnis. Denn was Griechenland braucht, könnte morgen für Spanien oder Portugal fällig werden. Und wer will unserer Kanzlerin und dieser Europäischen Union ernsthaft abnehmen, dass dann ein Nein anstelle von Geldkoffern ausgesandt wird? Niemand. Es wäre auch töricht, denn wenn eines in den letzten Wochen ganz sicher geworden ist, dann, dass gar nichts sicher ist. Weder die vollmundigen Versprechungen irgendwelcher Regierungsmitglieder, solvent oder nicht, noch die europäische Ausrichtung in Bezug auf den Umgang mit faktisch bankrotten Staaten.

Ich will auch hier gar nicht die ökonomischen Vor- und Nachteile einer Rettung Griechenlands beleuchten. Zum Einen, weil mir dafür einfach der notwendige Background fehlt, und zum Anderen, weil es darum eigentlich nicht geht. Es geht um das, was die EU mit „uns“ macht. Was aus dem europäischen Gedanken wurde und wie weich unsere Währung gefühlt zu werden droht. Es geht um die Missachtung der Verantwortlichen, wenn es um die Sorgen derjenigen geht, die den Deckel zahlen dürfen. Und hier kann man gerade der Kanzlerin der Herzen eigentlich keinen Vorwurf machen. Was sie innenpolitisch schon vom ersten Tag ihrer Machtübernahme tut, zelebriert sie nun für alle sichtbar auf europäischer Ebene. Sie macht, was sie will. Und sie redet nicht drüber. Ausbaden dürfen es dann die anderen. Das ist natürlich auch eine Art konstantes Handeln. Und da es hierzulande keine Opposition mehr gibt, die den Namen auch verdient, wird sie uns gewiss noch ein paar Jahre ignorieren dürfen.

Nimm mich mit, Ikarus!

Baumsterben Deluxe

Ist es mal wieder langweilig in der Buchhaltung oder ist vielleicht sogar Dein Schwipp-Schwager der Papierlieferant Deines Arbeitgebers? So ganz zufällig natürlich nur? Was auch immer Deine Beweggründe sein mögen, Papier am laufenden Meter zu vernichten, hier kommt die ultimative Idee, das Ganze noch kurzweiliger zu gestalten. Keine Papierflieger mehr, die nur dumm rumliegen oder witzige Türschilder, die außer Dir keiner versteht. Jetzt wird ein Rennen gefahren.

Das ist was für ganze Kerle. So kann man selbst dann noch was gegen die Umwelt tun, wenn man gerade mal nicht die dreieinhalb Kilometer zwischen Zuhause und dem Büro mit dem SUV überwindet. Aber ich bin sicher, dass da noch was geht. Man könnte vielleicht den Strom für den Drucker mit einem 4-Takt-Stromerzeuger produzieren.

Umweltschutz ist auch wirklich so stinkelangweilig.

Und sie knattert wieder!

Kaum dass die Produktion der PX 125 eingestellt wurde, besinnt sich Piaggio eines Besseren und legt das beliebteste Rollermodell neu auf. Schön ist, wenn man schon ein neues Kippelmopped haben will, dass die Ursprungsform weitgehend erhalten geblieben ist. Lediglich die Technik wurde an einigen Stellen den neuen Erfordernissen angepasst. Scheibenbremse vorne ist ebenso Standard, wie ein ungeregelter Kat. Schade ist allenfalls, dass die Motorleistung auf magere 7,6 PS abgesenkt wurde.

Und genau hier steige ich auch aus den Kaufüberlegungen aus. Zwar bin ich wirklich froh, dass Handschaltung und Fußbremse erhalten bleiben, aber irgendwie fehlt der Reiz. Ich bleibe lieber bei meiner eigenen, alten 125er, die sich irgendwie besser individualisieren lässt. Scheibenbremse hat sie ja jetzt auch und die Felgen sind viel schöner. Wenn sie nun noch die Änderungseintragungen beim TÜV bekommt, ist selbst der verbaute 177er Satz legal und ich kann beginnen die Optik zu überarbeiten. Farbe und Design stehen bereits fest. Dann werde ich mich das erste Mal als Lackierer versuchen.

Solange, bis das aber nicht klar ist, heißt es Daumen drücken. Derzeit steht sie bei einem ziemlich netten Schrauber in Grevenbroich, der die TÜV-Abnahme für mich machen soll. Mal sehen.

Es saugt und bläst der Heinzelmann …

Wo damals, in der guten alten Zeit, noch eine Schaufel, eine Schubkarre, ein Container und zwei Kästen Bier ausreichend waren, um ein kapitales Loch in Mutter Erde zu treiben, muss es heute der Saugbagger sein. Es ist das logische Pendant, der einzig wahre Evolutionssprung des Spatens. Mit einem infernalischen Getöse, schier unglaublichen Mengen Luft verpestender Abgase und einem schon fast albern wirkenden Schneckentempo bei Installation und Aushub, ist es mittlerweile offenbar der einzige Weg ins Erdreich vorzudringen.

Dabei kann man durchaus an Sinn und Nutzen dieser Gerätschaft zweifeln, dauert doch alleine die Auswahl des geeigneten Saugrüsselaufsatzes doppelt so lange, wie das manuelle Ausheben der Grube und der Verzehr einiger Flaschen Gerstensaftes. Warum also entscheidet man sich eine Fläche von 2,5 x 2 Meter mit einem solchen Ungetüm zu bearbeiten? Alleine der Platz, der notwendig ist, Maschine und Beiwerk aufzubauen, überschreitet das zu vernichtende Areal um das 10-fache. Und weniger Arbeitskräfte benötigt es auch nicht.

Ein Rätsel, über das ich ein wenig nachdenken werde, während ich mit meinem Benzin betriebenen Laubsauger 8 Blätter vom Walnussbaum durch den Garten treibe.

Die Grimeca-Falle

Der Italiener im Allgemeinen nimmt es mit vielen Dingen nicht so genau. Die Frauen müssen laut sein, das Essen reichlich, die Kinder viel und verbindliche Termine flexibel. Ebenso scheint es zumindest einem italienischen Hersteller auch mit den eigenen Maßen nicht so wichtig zu sein. So ist der italienische Zentimeter mal 5 Millimeter groß, mal 12. Eben immer so, wie es gerade kommt.

Das mag erst einmal charmant und irgendwie egal wirken. Kauft man sich aber eine Scheibenbremse aus dem Hause Grimeca, kann das sehr interessante Nebeneffekte habe. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass man die Bremszange einfach nicht an ihren Platz bekommt. Wie auch, wenn das maßgebende Kugellager in der Bremstrommel satte 2,5 mm zu tief in seiner Passung sitzt? Liegt man mit so einem Kunstwerk aus Stahl und Guss vor der zerlegten Gabel einer 125er Lusso, kann einem das durchaus ein Dutzend international gültige Schimpfwörter entlocken. Hat man sich erst einmal abgeregt, treibt man besagtes Lager aus und unterfüttert es mit einer Unterlegscheibe für 20 Cent. Dann passt auch die Bremszange über die Scheibe und der Roller stoppt wieder, wie er soll. Es soll aber auch schon Fälle gegeben haben, da war der Abstand der Grimeca nicht zu klein, sondern zu groß.

Eben alles immer, wie es gerade kommt.

Ich weiß nicht warum, aber mir ging die ganze Zeit folgender Witz durch den Kopf: „Ein Architekt plant auf den Millimeter genau, ein Bauschreiner ist auf den Zentimeter präzise und ein Maurer ist froh, wenn er auf dem Gelände bleibt!“.

Darauf einen Liter Averna!

Neid ist doch das schönste Lob

Ja, Düsseldorf nervt derzeit gewaltig. Aber nicht erst seit ein paar Tagen oder Wochen, sondern seit Monaten. Und eigentlich nervt auch nicht die Stadt selber oder seine Bewohner, sondern nur das, was mit ihr passiert. Keine Straße, die derzeit nicht aufgerissen ist, kein Bürgersteig, der nicht von Bauzäunen eingefasst wurde und keine Wand, an der kein ESC-Plakat prangt. Es ist anstrengend hier zu leben. Mit Qualität hat das wenig zu tun. Aber die Menschen hier arrangieren sich und das tun sie gut. So, wie sie sich auch mit den endlosen Vorurteilen arrangieren. Kaum jemand hier ist sonderlich erpicht darauf, über die vermeintlich schicke Kö zu flanieren. Die gefällt so eigentlich nur den Auswärtigen, die mit ihren dicken Schlitten und Polohemdchen am Wochenende in die Stadt strömen. Sollen sie aber auch. Dafür ist die Stadt ja auch da und wenn es Geld bringt, soll es nur recht sein. Und dann ist es auch schön voll, denn andere „Metropolen“ im Land hetzen ja gerne über die knappe halbe Million Einwohner hier. Angeblich trüge Düsseldorf alleine schon deshalb das „Dorf“ im Namen. Dabei frage ich mich immer, was ich davon hätte, würden hier 2, 4 oder 10 Millionen Menschen leben. Mehr Freunde hätte ich dann auch nicht und auch sonst kann ich keinen echten Vorteil darin erkennen.

Warum also macht sich ein Autor die Mühe, Düsseldorf einen dermaßen unreflektierten und von Unkenntnis geprägten Verriss zu widmen? Ist es der Frust, dass ausnahmsweise mal etwas nicht in Berlin stattfindet? Oder im „Es ist immer Karneval“ Köln? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass ich den ESC jetzt schon aus Prinzip super finde.

Außerdem ist Düsseldorf Landeshauptstadt und der Stachel sitzt garantiert besonders tief. Gut so.

Auch ich habe abgeschrieben!

Nein, das ist kein offizielles Geständnis des (zweiten) Enfant Terrible der FDP. Noch ist es eine blanke Vermutung. Allerdings Eine, die derzeit täglich mehr Formen annimmt. Silvana Koch-Mehrin, die Hemmungslose, ist schon mehr als einmal sauer aufgestossen und nicht zuletzt durch ihren selbstgerechten Habitus vielen als blond beschopfter Dorn im politischen Auge bekannt.

Tatsache ist allerdings, dass man sich nach der einstigen Lichtgestalt der CSU, nun Lady Silvana widmet und eben deren Doktorarbeit auf Plagiate untersucht. Verdachtsmomente gibt es im selben Umfang, wie es ablehnende Haltungen zu Stellungnahmen gibt. Das lässt hoffen. Es würde, betrachtet man ihr bisheriges Schalten und Walten, gar nicht so überraschend wirken, stellten sich die bisherigen Anhaltspunkte tatsächlich als wahr heraus. Was die CSU kann, können die Liberalen schließlich schon lange. Und machen wir uns mal nix vor, es werden auch noch Kandidaten aus den anderen (nennenswerten) Parteien vorrücken.

Nur bei der NPD kann man einigermaßen sicher sein, dass hier nicht bei Dissertationen plagiiert wurde. Die sind alle selbst dafür zu doof.

Sah ein Knab ein Rösler steh’n …

Nun ist es wohl endlich soweit. Das Guido verlässt angeblich endgültig und unwiderruflich die Umlaufbahn um die FDP. Ersetzen soll ihn der Vorzeigebub aus der jungen Liga. Und genau das sorgt für einigen Wirbel in der sich neu formierenden FDP. Diese brisante Mischung aus Klein-Jungen-Charme, Herr-Kaiser-Auftreten, prä-adulter Spießigkeit und gespieltem Rock ’n Roll Habitus machen den Alten im Verein mächtig Dampf unterm silbernen Deckhaar. Sollen diese Hippies mit aufkeimendem Bartschatten etwa tatsächlich die Zukunft unter der 5-Prozent-Hürde sein? Ein schier unerträglicher Gedanke. Klientelpolitik kann und darf nicht von Lausbuben gemacht werden, die noch nass hinter den Ohren sind. Um den Großen den Hof zu machen, muss man schon ein paar Jährchen an den Strippen der Industrie gezappelt haben. Erst wenn man vom zusammen gerafften Geld in die Knie gezwungen wird, hat man freien Blick auf den riesigen Arsch der Großunternehmer und dort soll man schließlich reinkriechen. Das geht nun mal mit Rückgrat nicht. Zu groß die Gefahr, dass man sich auf dem Weg in die Eingeweide des Ellbogenkapitalismus irgendwo verkantet und so den Weg für die nachströmenden Parteigenossen blockiert.

Aber mit dem Guido geht es auch nicht mehr. Der hat sich selber angezündet und brennt nun langsam herunter. Da möchte sich niemand mehr die Finger dran verbrennen, also kommt er mit seinem Posten als Außenminister ins politische Abklingbecken. Das scheint der FDP derzeit der einzige Weg zu sein, sich von Angelas Schwester zu befreien. Die wiederum hat sich vergangenes Wochenende endlich ein paar Knie einbauen lassen. Wahrscheinlich weil sie ahnt, sich zukünftig öfter mal zum FDP-Nachwuchs runterbeugen zu müssen. Ob das aber ausreichen wird, die drohenden Kernschmelze in der Koalition zu verhindern und den Wettlauf der begrünten CSU im Wettlauf gegen die Atomenergieerzeuger doch noch zu gewinnen, bleibt mehr als fraglich. Lediglich um die SPD muss sich die niemand sorgen. Die gibt es derzeit eigentlich nur noch, weil man vergessen hat sie von den Wahlunterlagen zu streichen. Es muss sich also rausstellen, ob man innerhalb der FDP diesen Schritt wagen wird und nun die Konturlosen an die Macht lässt. Quasi wie eine Art Frischzellenkur.

Aber Vorsicht, Kinder können so unglaublich anstrengend sein.

Auf dem Radweg ertrunken

Beim Sport bloß nix trinken! So tönte es zu meiner Schulzeit immer aus dem gewaltigen Schädel meines Sportlehrers. Da konnte man völlig dehydriert am Stufenbarren baumeln oder sich in praller Sonne über die Tartanbahn schleppen. Er kannte keine Gnade. Mittlerweile bin ich sicher, dass er einfach nur keine Lust hatte alleine auf dem Platz zu stehen, weil ständig eine Horde Heranwachsender zum Pinkeln in den Katakomben verschwinden musste.

Schaut man sich aber dieser Tage um, so wird man unweigerlich zu der Erkenntnis gelangen, dass die Bevölkerung von der ständigen Angst zu verdursten getrieben wird. Keine Kinderwagen schiebende Mutter, keine Young Urbans und keine Oberstufenschüler, die nicht alle 5 Meter die 1 1/2 Liter Wasserflasche ansetzen, um das Leben spendende Nass die dürstende Kehle herunter zu stürzen. Fast schon möchte man mit einem Isodrink zur Hilfe eilen, erspäht man einen der Verdurstenden mit leerer Wasserflasche. Aber die Sorge ist meist unberechtigt, denn wie an unsichtbaren Fäden gezogen, finden diese armen Wesen immer und ohne Zögern ihren Weg in eine der unzähligen Coffee2Go-Buden. Hauptsache der Körper bekommt ohne Unterbrechung weiter Flüssigkeit zugeführt. Da ist es auch egal, wenn sie vorher über einen Handvoll Kaffeebohnen aus fairem Handeln geschickt wurde. Immer rein damit. Und für die Kinder noch schnell eine Flasche Bionade Holunder. Der Malte sieht schon total vertrocknet aus. Kein Wunder, hat er doch das letzte Mal einen Liter Sojamilch getrunken, als man vor 5 Minuten das eigene Heim verlassen hat und zum Shopping aufgebrochen ist.

Irgendwie muss das am Klimawandel liegen. Ganz offenkundig hat sich, von mir völlig unbemerkt, Deutschland in Richtung der Trockenzone verschoben. Womöglich bin ich einfach zu unsensibel zu bemerken, dass permanent die Sonne vom Himmel brennt, als gäbe es kein Morgen mehr. Oder ich bin zu träge zu erkennen, dass sich um mich herum alle in annähernder Lichtgeschwindigkeit bewegen. Bei dem Tempo verbraucht der Körper dann wohl auch Unmengen an Flüssigkeit, sodass die permanente Zufuhr die einzige Chance auf Überleben ist. Mein Jahrgang wird dieses Phänomen noch aus einer alten Enterprise-Folge kennen. Dort gab es ein ganzes High-Speed-Volk und nur Kirk hörte sie im Geschwindigkeitsrausch surren. Vielleicht haben sich hinter meinem Rücken auch nur alle abgesprochen und versuchen sich schon jetzt auf ein Leben unter Wasser vorzubereiten. Die Polkappen sollen ja bald komplett abgeschmolzen sein und das so frei gewordene Wasser alle Kontinente überspülen. Ich weiß es schlicht nicht. Ich weiß aber ganz sicher, dass ich sehr bald jemanden auf dem Bürgersteig finden werde, der, fernab jeglicher größeren Ansammlung von Wasser, mitten in einer Fußgängerzone auf staubtrockenem Kopfsteinpflaster ertrunken ist.

Vielleicht sollte die DLRG schon mal an jeder Kreuzung einen Wachturm aufstellen.

Macht dem Campinggast Feuer unterm Zelt

Wollte man in der westlichen Welt auch nur eine nennenswerte Wirtschaftsmacht finden, die sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht am libyschen Volk schuldig gemacht hat, so würde man die Suche recht schnell abbrechen müssen. Dass nun mit einem militärischen Eingreifen unter Billigung der UN gedroht wird, ist auch im Grunde zu begrüßen. Schließlich geht es darum, einem Volk zu helfen sich von einem der unerträglichsten Diktatoren überhaupt zu befreien. So weit, so problematisch. Ich begrüße auch grundsätzlich die Enthaltung des Deutschen Vertreters bei der Abstimmung. Mit der Glaubwürdigkeit in Bezug auf die Außenpolitik ist es bei unserer Regierung nämlich leider nicht mehr so weit her. Dann schon lieber offen Feigheit vor dem Feind der Demokratie zeigen. Daran kann man sich dann wenigstens lange Zeit messen lassen.

Was ich aber überhaupt nicht Gutheißen kann, ist das Vorpreschen und die vorwurfsvolle Haltung der französischen Regierung Deutschland gegenüber. Ich frage mich die ganze Zeit, gegen welche Vitrine der kleine Mann aus dem Élysée-Palast gerannt ist oder weswegen er vergessen hat, dass er genau eben jene Sau aus Libyen noch vor gar nicht all zu langer Zeit in seinem Vorgarten hat kampieren lassen. Es ist mindestens ebenso bigott und verlogen, wie das Heißluftgelaber von Merkels Schwester. Wenn ich daran denke, wie Guido Westerwelle noch vor Monaten Gaddafi als herausragenden Staatsmann bezeichnete und nun ein massives Auftreten gegen den Menschenrechte verachtenden Diktator verlangt, möchte ich lieber Luftangriffe auf unseren Bundestag geflogen sehen.

Es ist einfach unerträglich, wie sich derzeit die Meinungen unserer gewählten Vertreter wie kleine Fähnchen in einem Orkan drehen und winden. Warum meint man in solchen Kreisen eigentlich immer, dass sich im Volk niemand länger als 24 Stunden zurück erinnern kann? Oder liegt es daran, dass sich die Herren und Damen selber selten länger eine eigene Äußerung merken können, als sich braucht die Lautsprecher im Plenarsaal zu verlassen?

Es wird Zeit, dass man in der Deutschen Regierung mal wieder elegantes und glaubhaftes Lügen lernt.

Mit Vollgas ins Glück!

Hoppsa, Heißa und Fiederallala. Was ist das alles schön im Moment. Die Kanzlerin scheint sich zur Abkehr von der Besinnungslosigkeit entschlossen zu haben, die CDU-Minister der Länder geben sich grüner denn je und die Atom-Lobby scheint nichts Wichtigeres im Blick zu haben, als sofort die eigenen Gelddruckmaschinen in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken. Da möchte man doch glatt Frohlocken.

Aber was sich im ersten Moment so toll ausnimmt, bekommt, wie immer bei der schwarz-gelben Koalition, schnell einen fahlen Beigeschmack. Das von Angela und ihrer Schwester so holprig gestammelte Moratorium scheint nun an den Klippen der eigenen Vergangenheit zu zerschellen. Kein Wunder eigentlich, beachtet man doch, dass es eben jene Kanzlerin war, die im Gesetz zur Laufzeitverlängerung einen vorzeitigen Ausstieg, selbst im Falle eines Regierungswechsels, effektiv unterbunden hat. Und nun soll ein Moratorium, welches allenfalls ein politischer Begriff ohne rechtliche Relevanz ist, genau dieses Bundesgesetz aushebeln? Eine interessante Auslegung der eigenen und der Regeln unserer Verfassung.

Selbst in den eigenen Reihen, vor allem aber in der Opposition regt sich mittlerweile ein nur teilweise verhaltener Widerstand gegen dieses Vorgehen. So ist man sich relativ sicher, dass ein rein politisches Instrument keineswegs ein Bundesgesetz aufheben kann. Um aus dem Ausstieg vom Ausstieg aussteigen zu können, muss ein entsprechendes Gesetz her. Das würde aber einen Haufen Arbeit, Zeit und vor allem Diskussion mit der immer stärker werdenden Opposition bedeuten. Und es ist bedeutend einfacher mal eben für 3 Monate auszusetzen, als ein entsprechendes Gesetz mit allen Konsequenzen zu beschließen. Würde das nun im Bundestag und Bundesrat verhandelt werden, wären auch die Damen und Herren der Energiekonzerne gewiss nicht mehr ganz so handzahm, wie im Moment. Aktuell spielen sich nach meinem Empfinden eh nur mit, weil die Presse eh schon schlecht genug ist. Da will man einfach nicht noch mehr Angriffsfläche bieten.

Ob man uns Angela nun aber mit dieser Guttenberg-Strategie durchkommen lässt, ist fraglich und würde meinen Glauben in unsere Politik wahrscheinlich vollends zerstören.

Wenn Du glaubst es geht nichts mehr, kommt irgendwo die Ferres her.

Die Urform der maskenhaften Betroffenheit und mediale Sauberfrau der Nation, Veronica Ferres, hat ein neues Opfer gefunden. Sie spielt in einer Sat.1-Intepretation das 247 Tage andauernde Martyrium der Familie Weiss. Jener Familie, welche nach einem Türkeiurlaub im Jahre 2007 ihren Sohn in einem türkischen Gefängnis zurück lassen musste, da er unter dem Verdacht stand eine minderjährige Britin sexuell belästigt zu haben. Ein Vorwurf, der bisher weder zu 100% bestätigt, noch vollkommen entkräftet wurde. Und als ob dieses Leid der gesamten Familie und im Besonderen des jungen Mannes nicht schon dramatisch genug wäre, stürzten sich nun die Fernsehfilmproduzenten unseres Lieblingssenders Sat.1 auf die geschundenen Seelen.

Wer physisch und psychisch bereits so angeschlagen ist, kann sich leider kaum die drohende Ferresrisierung wehren. Also spielt sie Mutter Weiss, welche auch gleich in vorauseilendem Gehorsam erklärt, wie glücklich sie wäre, gerade von das Veronica verkörpert zu werden. Ein Schelm, der hinter dieser Aussage Geld oder sonstige Bedrohungen vermutet. Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken. Es ist besser, wenn man es nicht zu genau weiß. Sat.1 bin ich jedenfalls sehr dankbar, dass uns weder die Ferres, noch das Thema erspart bleibt. Es hilft jedenfalls enorm bei der aktuell laufenden Integrationsdebatte.

So hat halt jedes Volk sein Päckchen zu tragen. Mal heißt es Erdogan, mal Ferres.

Münster vs. Japan

Vor wenigen Minuten hat der nordrhein-westfälische Verfassungsgerichtshof in Münster den rot-grünen Nachtragshaushalt in NRW gekippt. Somit stehen im bevölkerungsreichsten Bundesland die Zeichen auf vorgezogene Neuwahlen. Wie gut, dass unser aller Mutti, Angela Merkel, gestern noch schnell die Pause vom Ausstieg aus dem Ausstieg angekündigt hat. So wamst sich die Bundes-CDU noch mal eben schnell an die strahlungsempfindlichen Wähler ran. Natürlich nicht, ohne genau das zu dementieren. Selbstredend geht es nicht darum, vor den kommenden Landtagswahlen noch schnell ein wenig Wahlkampf auf Kosten der Lobby zu betreiben, deren Weg in eine lange währende Atomzukunft man noch vor wenigen Wochen mit dem eigenen Speichel geölt hat. Nein, es geht um die (diesmal) tabulose Prüfung der Sicherheitseinrichtungen der steinalten Atommeiler im Lande.

Sicher, alles ist sicher, aber bevor man nicht ganz sicher ist, dass man da auch sicher sein kann, will man sicherheitshalber auf Nummer Sicher gehen und sich Sicherheit verschaffen. Nicht, was die AKW in Deutschland anbelangt, sondern in Bezug auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt (20.3.), Baden-Würtemberg (27.3.), Rheinland-Pfalz (27.3.), Hessen (27.3.), Bremen (22.5.), Mecklenburg-Vorpommern (4.9.) und NRW (irgendwann in 2011). Nach der gescheiterten Laufzeitverlängerung von Karl-Theodor und der massiven Wahlschlappe in Hamburg, möchte die Kanzlerette der Herzen nur ungern weitere Minister im politischen Endlager verschwinden sehen.

Da ist es gut, dass Vertreter wie Mappus (hier übrigens ein schönes Netzfundstück), Söder und Röttgen nun fleißig zurückrudern, um sich dem Wähler als heimliche Gegner der Laufzeitverlängerung zu präsentieren. Und auch der Auftritt von Angela und ihrer Schwester vor der eilig zusammengerufenen Presse öffnet die Herzen der Wähler. Wer nun noch Zweifel hegt, dass die jetzige Regierung nicht immer und zu jedem Zeitpunkt das Beste für die Menschen im Land will, sollte sich selber einer harten Prüfung unterziehen. Zweifel sind nicht mehr angebracht. Wer innerhalb von zwei Tagen eine 180° Wende hinlegt, ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken, schafft alles. Keine Rede davon, dass das Vertrauen in die schwarz-gelbe Koalition seit Tagen im Abklingbecken liegt.

Danke, Angela.

Die Angst vor der Angst

Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der japanischen Insel Honshu, wackelt hierzulande das politische Parkett so stark, dass einige Betonköpfe dramatisch ins Wanken geraten. Söder, Mappus, Westerwelle und Merkel rudern derzeit heftig mit den Armen, um das Gleichgewicht wieder zu erlangen. Im Angesicht drohender Landtagswahlen, will man einfach keine erneuten Diskussionen um den vorzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie zulassen. Da spielt es für viele der strauchelnden Riesen auch keine Rolle, dass im japanischen Kernland derweil ein Meiler nach dem anderen hoch zu gehen droht.

Aber entgegen der Hoffnung von CDU/CSU und FDP, lassen sich die Gemüter hier nicht mit ein paar beschwichtigenden Allgemeinplätzen zu den angeblich gar nicht vorhandenen Gefahren runterkühlen. Der jetzigen Regierung fliegt nun das um die Ohren, was sie mit einem Kniefall vor der Atomlobby noch Jahre am Leben halten wollten. Aber deutlicher, als die heiße Luft aus den Köpfen unserer Politiker, sind die Vorfälle in Fukushima und Onagawa. Da bringt es auch nix, wenn die Mutti der Nation, Angela Merkel, die Sicherheit Deutscher AKWs ohne Ermüdungserscheinungen wiederholt betont.

Ob man ihr und der Verlängerung der Laufzeiten vertraut, wird sich in wenigen Wochen zeigen. Hoffentlich.