Attention! You are about to leave the „Heile Welt“ territory!

Zensursula mit Stop-Schild

Na also, hat sie sich also endlich durchgesetzt. Ursula von der Leyen, die Vorzeigemutter der Nation, hat mit 5 großen Deutschen Providern ein Abkommen getroffen, welches der Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet Einhalt gebieten soll. Konkret werden besagte Provider die täglich vom BKA eingereichten und aktualisierten Sperrlisten in ihre Systeme einpflegen und so den Zugriff der Kunden auf gelistete Server verhindern. Anstelle des eigentlichen Angebots, sieht der überraschte Pädophile dann nur noch ein Stoppschild. Ist das nicht toll?

Nein, ist es nicht. Denn was sich im ersten flüchtigen Wegsehen wie eine gute Idee liest, ist allenfalls der hilflose und vollkommen inkompetente Versuch die heile Welt der Ursula von der Leyen in die Realität zu überführen. Durch den Verzicht auf geeignete Maßnahmen und den halbherzigen Einsatz von Blockaden auf DNS-Basis, ist dieser Vorstoß schon vor der technischen Umsetzung Makulatur. Verwendet man nämlich nicht die Nameserver der teilnehmenden Provider oder steuert das Objekt der kranken Begierde direkt auf IP-Basis an, wird auch nie das tolle und einschüchternde Stoppschild auf dem heimischen Monitor auftauchen. Man muss also kein sonderlicher Profi auf diesem Gebiet sein, um diese raffinierte Sperre zu überwinden.

Und was auch nicht ganz unwichtig ist: wer kontrolliert und verifiziert diese Listen? Da es in Deutschland verboten ist nach Kinderpornographie im Netz zu suchen und die Sperrlisten des BKA die URLs der als Quellen enttarnten Angebote im Netz enthalten, ist eine Verifizierung durch unabhängige Dritte schon alleine aus rechtlichen Gründen kaum durchführbar. Aber wenn man nicht sehen und nicht prüfen darf, was das BKA da herausgibt, wie will man dann feststellen, ob es sich wirklich „nur“ um Seiten mit kinderpornographische Inhalten handelt. Man könnte dieses Instrument ja auch nutzen, um andere unliebsame Inhalte zu blockieren. Erfahren würden es nur die, die bewusst eine strafbare Handlung in Erwägung ziehen.

Dem unkritischen Betrachter mag das als Maßnahme reichen und vielen wird es das kleinbürgerliche Gewissen hinreichend beruhigen. Mir führt es nur wieder eindrucksvoll vor Augen, wie wenig informiert und wie konsequent inkompetent mit allen Bereichen des Internet innerhalb der zuständigen Stellen unserer Regierung umgegangen wird.

Ich freue mich schon auf die nächsten grandiosen Ideen.

Hello!

5 Comments to “Attention! You are about to leave the „Heile Welt“ territory!”

  1. buntklicker.de 17 April 2009 at 12:58:56 #

    Darum, daß die Sperre untauglich ist, geht es doch gar nicht, das weiß jeder, auch Frau Zensursula. Es geht ausschließlich darum, eine Infrastruktur für die Einrichtung einer Zensurinfrastruktur. Und das Einblenden einer Stopseite — möglichst zentral gehostet beim BKA — sorgt dafür, daß jeder versuchte Zugriff auf eine in der Sperrliste verzeichnete Website mit IP-Adresse des Zugreifenden beim BKA mitgeloggt werden kann.

    Darum geht es: Um die Verbreitung von Angst. Nicht um die Unterbindung von Zugriffen.

  2. Der Dicke 17 April 2009 at 14:37:51 #

    Och menno. Wer bis heute noch nicht pädophil ist, kann gleich damit anfangen. Die Linklisten, äh, sorry, Sperrlisten sind schon in Umlauf und die Anleitung zum Umgehen der Sperren gleich dazu, toll. Ich geh jetzt mal ein bischen Kinderporno gucken. Danke, Frau von der Leyen, dass Sie mich auf so ein schönes neues Hobby bringen.

  3. Steinewerfer 17 April 2009 at 18:54:28 #

    Zuerst werden Kinderpornoseiten gesperrt (Beifall!), dann arabischer Terrorseiten (wieder Beifall!), dann rechtsradikale Seite (das geht in den Nachrichten schon unter), dann auch linksradikale (wir sind ja ausgewogen)und dann……………Warum versucht man es nicht einfach mit Erziehung und Bildung ? (Igitt, das kostet ja!)
    Das Ziel derartiger Aktionen ist doch klar………Wann fliegen endlich wieder Steine?????

  4. Holgi 17 April 2009 at 20:42:10 #

    Jaja, da hat die Ursel den Schäuble glatt rechts überholt und die Zensurinstrumente etabliert von denen er und seine Schergen bisher nur träumten.

    Und nun werden die Kinder weiter von den Perversen gequält, interessiert aber keinen – die Stopschild-Ursel hat sich ja gekümmert…

  5. [...] das beste kommt noch. Bereits fünf Provider (Telekom, Vodafone, Alice/HanseNet, Kabel Deutschland und Telefónica O2) haben die Forderung der [...]


Leave a Reply